Oratorium de Nativitate Jesu 1772

Vesperae solennes de Dominica KV 321

wer

   SolistInnen:

   Barbara Fink, Sopran
   Katrin Auzinger, Alt

   Gottfried Mandelburger, Tenor

   Michael J. Schwendinger, Bass

 

   Albert Schweitzer Chor

   dolce risonanza

   Leitung: Matthias Krampe

 

Johann Georg Albrechtsberger (Erstwiederaufführung)

   Der Jahresregent (1736-1809) schrieb 1772 dieses

   Weihnachtsoratorium, das nunmehr zum ersten Mal

   seit über 200 Jahren aus den originalen Quellen wieder

   aufgeführt wird

 

Wolfgang Amadé Mozart

   Die Vesper besteht aus 5 lateinischen Psalmvertonungen

   (deren "Nummerierung" hier aber nach der Zählweise der

   Deutschsprachigen Bibeln wiedergegeben wird)I:

   Ps. 110

   Ps. 111

   Ps. 112

   Ps. 113

   Ps. 117

   und einer Vertonung des "Magnifikat", des

   Lobgesangs der Maria

 

wann und wo

   am 19. (!!!) Dezember um 19.30 Uhr
   in der Lutherischen Stadtkirche, Dorotheergasse 18

 

Kartenpreise des Sonderkonzerts

   Kategorie A: EUR 22,--, Ermäßigung EUR 17,--

   Kategorie B: EUR 17,--, Ermäßigung EUR 12,--

 

  Ermäßigungsbedingungen siehe Startseite der "Vorschau"

Achtung, da es sich um ein Sonderkonzert handelt, bitte beachten Sie den vom 12ten abweichenden Termin und die veränderte Staffelung der Eintrittspreise!

Johann Georg Albrechtsberger (1736 – 1809), neben Haydn und Händel heuer gerade für Wien ein weiterer bedeutender Jubilar, ist meist nur als Lehrer Beethovens oder Czernys und Freund Mozarts wie Haydns bekannt, vielleicht für Kenner noch als wichtiger Theoretiker mit seiner „Gründlichen Anweisung zur Komposition“ von 1790, kaum aber mit seiner Musik. Dabei war er zu seiner Zeit als Organist wie Komponist hochberühmt, galt als der Meister der Fugenkunst schlechthin und setzte z.B. auch für Mozart die Standards. So schrieb Mozart an Constanze abfällig über einen Kollegen „[…] und ist nicht im Stande eine fuge ordentlich auszuführen - und hat kein solides Spiel - ist folglich noch lange kein Albrechtsberger.“

Musik am 12ten ermöglicht nun erstmals wieder die Begegnung mit einem der Albrechtsberger’schen Oratorien, die wohl in diversen Lexika Erwähnung finden aber nirgendwo ediert greifbar sind. Das Autograph der „Geburth Christi“ aus dem Jahr 1772  liegt wie alle anderen wichtigen Quellen in der National Széchényi Library in Budapest. Besonders spannend ist natürlich der direkte Vergleich mit der fast zeitgleich entstandenen Vesper-Komposition Wolfgang Amadé Mozarts.

Soli, Chor und die Originalklang-Spezialisten von dolce risonanza werden so die Wiener Kirchenmusik des ausgehenden 18.Jh. unmittelbar in aller Vielfalt aufleben lassen.

Wer das Konzert am 19.12.09 versäumt hat, der/die hat wirklich etwas verpasst!

Nach einer Kirchensonate von Wolfang Amadé Mozart und einer als Hinführung zum "Oratorium de Nativitate Jesu" fungierenden Sinfonia von Michael Haydn erklang zum ersten Mal seit über 200 Jahren das Weihnachtsoratorium von Johann Georg Albrechtsberger wieder. Rezitativ und Aria für Sopran, Rezitativ und Aria für Alt, Chorus, Rezitativ und Aria für Sopran und Schluss-Chorus - so der trockene Bericht über den Aufbau des Stückes. Nicht wiedergegeben kann damit allerdings werden, wie die Solistinnen, InstrumentalistInnen und Chor die Geschichte des Gerechten, der vom Himmel herabkommt und arm und frierend in einer harten Krippe sein Erdendasein beginnt und von den himmlischen Heerscharen mit einem großen Gloria begrüßt wird, innig, freudig, beklemmend, jubelnd, nachdenklich und festlich intoniert haben.

Im Gegensatz zum "Oratorio de Nativitate Jesu" ist die Versperae solennes de Dominica KV 321 nicht in Vergessenheit geraten, auch wenn sie zu den großen Herausforderungen der Interpretation Mozart'scher Kirchenmusik zählt.

Der Albert Schweitzer Chor präsentierte sich gut einstudiert. Gemeinsam mit den InstrumentalistInnen von dolce risonanza unter der Führung von Konzertmeisterin Gunda Hagmüller und dem wachsamen Geleit der Continuo-Gruppe um Florian Wieninger und Anton Holzapfel folgten sie den Tempo- und dynamischen Anleitungen von Matthias Krampe ohne Zögern.  Besonders hervorzuheben ist die Leistung Barbara Finks, die mit ihrem stilsicher und gut geführten Sopran dem Abend einen Glanzpunkt nach dem anderen bescherte. Hoffentlich ist diese congeniale Besetzung bald wieder - und auch im Rahmen von "Musik am 12ten" - zu hören.