ensemble LUX

Streichquartette der Gegenwart

wer

   Bojidara Kouzmanova, Violine

   Thomas Wally, Violine

   Julia Purgina, Viola

   Mara Kronick, Violoncello

 

was

   Sofia Gubaidulina: 3. Streichquartett

   György Ligeti: 2. Streichquartett

   Olga Neuwirth: Settori

   Julia Purgina: 3. Streichquartett (UA)

   Thomas Wally: la pureté de l'envie blanche (UA)

 

wann und wo

   am 12ten April 2011 um 19.30 Uhr
   in der Reformierten Stadtkirche,

   Dorotheergasse 16, 1010 Wien

   Kartenpreise: EUR 20,--/15,-- 

 

   Ermäßigung:

   für SchülerInnen, Studierende, Zivil- und Präsenzdiener:

   Preis "normal" EUR 15,--/10,--

   für InhaberInnen des "Kulturpass": Eintritt frei

 

   KEINE Ermäßigung für PensionistInnen!

„Komponieren als religiöser Akt“ – so beschrieb die Komponistin Sofia Gubaidulina, die heuer ihren 80. Geburtstag feiert, einmal selbst ihr Schaffen. Vielleicht ist dieser Zugang, ihr Interesse am Spirituellen, an den Menschen, an der Welt, das Geheimnis für die unmittelbare Wirkung ihrer Musik. Ihre Werke strahlen etwas ganz Besonderes aus, sind hochemotional, berühren beim ersten Hören, immer geht es ihr um das „Ganze“, die elementare, das menschliche Dasein verändernde Kraft der Musik.

„Das wichtigste Ziel eines Kunstwerks ist meiner Ansicht nach die Verwandlung der Zeit. Der Mensch hat diese andere Zeit – die Zeit des Verweilens der Seele im Geistigen – in sich. Doch kann sie verdrängt werden durch unser alltägliches Zeiterleben.“ (S.Gubaidulina)

„Verwandlung der Zeit“, so kann auch die emotional höchst anregende, bildmächtige Musik György Ligetis beschrieben werden. Nicht umsonst prägt sie den Soundtrack von Stanley Kubricks SF-Klassiker "2001 - Odyssee im Weltraum" aus den 60er-Jahren: dort, wo die utopisch-metaphysische Begegnung mit dem ganz Anderen stattfindet, mit einer unheimlichen, unbegreiflichen Form außer- oder überirdischer Existenz. Im 2. Streichquartett (1968) reduziert Ligeti das Wechselspiel zwischen verwobenen Linien und stehendem Klang auf nur noch vier Instrumente. Das Ergebnis sind "klingende Gewebe, manchmal zerfasert, fast flüssig, ein andermal körnig, maschinell": Ligeti vergleicht sie mit der Malerei Cézannes, in der Licht- und Farbwirkungen die Gegenstände vergessen lassen.

Ich freue mich sehr, dass das junge, hochkarätige ‚ensemble LUX’ (Wien modern, Bregenzer Festspiele, internationale Festivals) nicht nur diese beiden Klassiker der Gattung Streichquartett sondern auch gleich zwei Uraufführungen aus eigenen Reihen bei Musik am 12ten realisiert. Und nicht zuletzt höchst spannend ist auch die Auseinandersetzung von Olga Neuwirth mit den klanglichen Möglichkeiten der Streichquartettbesetzung. Durch das Konzert, das Erklingen dieser Musik in der Kirche wird sich – so bin ich überzeugt – beides gleichermaßen bereichernd und fruchtbringend verändern: die Wahrnehmung der Musik ebenso wie auch das Erleben und die Erfahrung des Raums.