enSuite: J. S. Bach revisited

wer

Bojidara Kouzmanova-Vladar, Violine

Julia Purgina, Viola

 

was

Aus dem Programm "enSuite"

 

 

wann und wo

Donnerstag, 12ter Jänner 2017

19:30 Uhr

Reformierte Stadtkirche

Dorotheergasse 16

1010 Wien

 

Brot + Wein zum Ausklang des Konzerts im Gespräch mit den Musikern

Kartenpreise

   VORVERKAUF: oeticket - siehe links

 

   Abendkasse: 1 Stunde vor Beginn

   Erwachsene EUR 16,--
   für SchülerInnen und Studierende EUR 10,--

   freier Eintritt für InhaberInnen des Kulturpasses!

enSuite kann im Sinne von „dann“ wie auch als Fortführung von Vorhandenem begriffen werden. In diesem Verständnis fortgeführt wurden Barocksuiten, die immer als Rezeptakulum, Sammelgefäß verschiedenster Stücke (Tänze) dienten.

 

Dies ist die Leitidee des Programms enSuite der Violinistin Bojidara Kouzmanova-Vladar und der Bratschistin Julia Purgina: Aus der Musik J. S. Bachs für Solovioline wählten die beiden ihre Lieblingsstücke und stellten diese vier zeitgenössischen Stücken gegenüber. Die Herausforderung an die Komponisten war, ihre neuen Werke mit Bachs barocker Musik zu kombinieren, zu kontrastieren und dergestalt neue, „zeitlose“ Werke zu kreieren.

 

Auf sehr unterschiedlichen Wegen näherten sich die vier österreichischen Komponisten (Julia Purgina, Michael Amann, Jorge Sánchez-Chiong und Roland Freisitzer) ihrer Aufgabe; alle jedoch bereicherten ihren zeitgenösssichen Klang um subtile Hinweise auf die barocke Grundlage – manchmal klarer, manchmal verschwommen oder fast unhörbar.

 

Julia Purgina, die für die Arrangements der Bach´schen Stücke zeichnet, eröffnet enSuite mit einer gängigen Eröffnungsform – einem Preludio. Trotz des formalen Tributs an die Vergangenheit verbleibt ihre musikalische Sprache in der Gegenwart und wird lediglich um einige barocke Ornamente erweitert.

 

Michael Amanns Swing Bridge beleuchtet das Spannungsverhältnis zwischen Alt und Neu: Er spannt eine Brücke zwischen den Epochen und lässt seine Musik zwischen diesen Polen oszillieren.

 

Eine besondere Skordatur – eine in der Barockmusik oft genutzte Technik, die eine größere Palette von Akkorden und Harmonien ermöglicht – wählt Jorge Sánchez-Chiong für sein Stück Sputnik Planum. Dieses wird in einer speziellen Art notiert, die an die Tabulaturform der Renaissance- und Barockmusik gemahnt.

 

Roland Freisitzers Chaconne – formal streng gebaut – sucht die harmonischen Grundsätze und die Idee der Variation des ursprünglichen Genres. Auf der Suche nach einer eigenen Tonalität lässt diese Chaconne Dur und Moll hinter sich, während sie rhythmische Elemente zeitgenössischer Musik integriert.

 

Diese vier zeitgenössischen Stücke werden mit Bachs Stücken zu einer großen Suite verwoben. Johann Sebastian Bachs Meisterwerke Presto (Erste Sonate für Solovioline, BWV 1001), Andante (Zweite Sonate für Solovioline, BWV 1003) und Sarabande (Zweite Partite für Solovioline, BWV 1004) sind wunderbare Beispiele für seine Art, in einem einzigen Instrument polyphonischen und rhythmischen Kontrapunkt in verschiedenen Melodielinien zu bauen. Diese Linien auf zwei Instrumente aufzuteilen ermöglicht es, die Komplexität des Gefüges in ihrer Ganzheit darzustellen; auf diese Weise wird das sonore Spektrum der Violine wird durch die ihr im Klang verwandte Viola erweitert, ohne die Absichten und Kraft des Originals einzubüßen.

 

http://www.bojidarakouzmanova.com/index.php?id=6

http://www.juliapurgina.net/ensuite-project